Ein Worte zum Sonntag: Dickkopf-1

Weihnachten ist vorbei, die Bäuche voll, die Familie hoffentlich für den Start ins nächste Jahr mit schönen Geschenken versorgt. Und schon wird weiter für Silvester geplant, denn das neue Jahr wartet nicht mehr lange. Um nun in der Zwischenzeit vom ganzen Stress bisschen wegzukommen, brauchte ich also ein Thema, was meine Gehirnzellen ein wenig beansprucht und trotzdem Spaß macht.

Meine Neigung zu den Naturwissenschaften, insbesondere der medizinischen Fachrichtung sind hier im Blog noch nicht wirklich zur Geltung gekommen. Deshalb stelle ich euch ab heute ab und an mal ein sehr außergewöhnliches Molekül vor, welches  man nicht kennen muss, die man aber auch nicht so schnell vergessen kann, wenn man sie kennengelernt hat.

Der erste Kandidat ist Dickkopf-1 – Ja also ich habe euch Moleküle versprochen und dieses hier hat meiner Meinung seine Erwähnung verdient. Dickkopf ist ein Protein (= Eiweiße, die seeeehr viele Funktionen im Körper haben), welches 1998 von eine Prof. Dr. Christof Niehrs entdeckt wurde. Lange Rede gar kein Sinn, wozu haben wir denn jetzt so ein dickköpfiges Protein nun eigentlich? Dieses Gen ist notwendig für die Kopfinduktion bei Wirbeltieren. Also wie Forscher das halt so machen, wenn sie wissen wollen, was so ein Protein kann, schnappen sie sich eine Maus (meistens ist’s mehr als nur eine ;)) und schalten bei ihr einfach das Gen aus, welches als Bauplan für dieses Protein dient. In diesem Fall wurde also mal das Dickkopf-1-Gen ausgeschaltet und hat geschaut, was denn so bei den Nachkommen der Tierchen passiert. Und schwupp…die Maus hatte keinen Kopf! Der Rumpf hatte sich ganz normal entwickelt, aber ohne Kopf, naja ihr könnt es euch ja denken wie es sich so ohne Kopf lebt.

Quelle: bio-pro.de

Quelle: bio-pro.de

Ebenso hatte man festgestellt, dass wenn Kaulquappen übermäßig viel Dickkopf-1 Protein hatten, dass diese eine sehr großen Kopf hatten. Wie nun nicht schwer zu erraten ist, kommt daher auch der Name für dieses tolle Protein. Wenn den Quappen nun noch ein Gen transplantiert wurde, wuchsen sogar noch mehr Köpfe O.O

Dieses Jahr hat die Forschung dann noch weitere Ergebnisse über dieses Protein bekannt gemacht. Denn wenn dieses Protein nun doch offenbar so wichtig für den Kopf zu sein scheint, beeinflusst es eventuell auch unsere Denkleistung? An dieser Stelle könnte man meinen, viel hilft viel – aber genau das Gegenteil ist hier offenbar der Fall. Also wenn wir denn schon einen Kopf haben, ist das Protein Dickkopf-1 nicht mehr soooo hilfreich, da es im höheren Alter offenbar die Bildung neuer Nervenzellen verhindert.

Also mal so grob zusammengefasst ist dieses Protein ja doch schon hilfreich, denn so ganz ohne Kopf sieht man ja eventuell vielleicht doch ein wenig blöd aus. Aber zuviel davon im Alter schränkt die Denkleistung ein, was ja auch nicht gerade toll ist.

Und wer sich so wie ich, auch ganz gern mal tiefer in solch interessante Materie hinein lesen will, für die habe ich hier zwei Artikel-Empfehlungen. Und keine Sorge wenn man mal nicht alles versteht. Wissenschaften haben halt ihre eignen Sprachen!

BioPro Baden-Württemberg

Deutsche Krebsforschungszentrum Helmholtz-Gemeinschaft

Und in diesem Sinne, startet nicht zu dickköpfig ins neue Jahr! Es könnt die Denkleistung einschränken 😉 

A|

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Eine Hülle für ein Buch oder auch einfach eine Buchhülle

Kreativ sein macht Spaß! Beziehungsweise selbst (nach)machen macht Spaß, kreativ war in diesem Fall diese Dame hier.

Ich habe diese Anleitung letztes Wochenende entdeckt und war sofort motiviert. Also am nächsten Tag gleich Stoff gekauft und noch einen Tag später losgelegt. Hat auch nur 3 Stunden gedauert haha, naja Übung macht den Meister und so…

Also ihr braucht:

  • Motivation und etwas Zeit
  • Stoff
  • Bügelvlies zur Verstärkung
  • Ein Webband
  • Ein paar Nähutensilien, wie Schere, Stecknadeln, Lineal/Maßband, passenden Faden und eine Nähmaschine
  • Bügeleisen und -Brett

Alles zusammen? Dann los!

Als erstes Stoffe und Bügelvlies zuschneiden. Die Maße messt ihr vorher an dem Buch aus, was eingeschlagen werden soll. Also Buchbreite (vom Cover über den Buchrücken bis zur Rückseite) und die Buchhöhe. Dazu rechnet ihr jeweils 2cm Nahtzugabe. Eine genau Anleitung und die Maße findet ihr oben beim Link, dort gibt es auch eine Videoanleitung! Deswegen wird meine Anleitung hier eine Kurzfassung.

Wenn ihr alles zugeschnitten habt ran ans Bügelbrett und Bügelvlies aufbügeln. Danach Buch schnappen, einmal damit einschlagen und das Webband drum herum legen und mit Stecknadeln befestigen. Dieses dann aufnähen. Wenn ihr möchtet könnt ihr auch noch ein integriertes Lesezeichen in der Mitte mit annähen.

Die Version die ich genäht habe und die auch im Video gezeigt wird ist eine flexible Buchhülle, deswegen gibt es ein extra Teil, eine Art Lasche. Diese wird jetzt an den Längsseiten zusammengenäht (rechts auf rechts), dann gewendet, gebügelt und an die spätere Innenseite genäht. Dann Außen- und Innenseite rechts auf rechts legen, an dem vorderen Einschlag an der kurzen Seite zusammennähen, umklappen, Falten wie im Video und alle Seiten zusammennähen. Dabei die Wendelücke nicht vergessen!

Dann alles wenden, Ecken herausholen und die Seite mit der Wendelücke zunähen. Fertig 🙂

Das klang jetzt einfach. Haltet euch einfach an den Link. 😉 Aber so schwer ist es eigentlich gar nicht. Auch wenn meines definitiv ein Unikat geworden ist (so mit dem gerade Schneiden und alle Maße stimmen hab ich’s nämlich nicht so…), kann es sich glaub ich sehen lassen.

Eignet sich auch super als Geschenk noch so kurz vor Weihnachten!

Also vielleicht seit ihr jetzt auch motiviert! Wenn ja, viel Freude beim Nachmachen 🙂

|L

Ein Worte zum Sonntag: Hobbit

Als erste sehenswerte Empfehlung unsererseits: “Smaugs Einöde / The Desolation of Smaug” – seit dieser Woche in den deutschen Kinos und |L hat ihn schon gesehen 🙂

Als bekennender Fan (aber alles noch in Maßen) ist es ja quasi meine Pflicht, mich dazu zu äußern, auch wenn ich dadurch wahrscheinlich etwas voreingenommen bin haha. Die bisherigen Kritiken gehen ja mal wieder weit auseinander, aber es gilt ja: Meinungsfreiheit für alle und jederzeit! Und über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nur schwer streiten. Also im Folgenden nun meine Meinung zum zweiten Hobbit Film:

Ich kann voll und ganz verstehen, wenn gesagt wird, der zweite Teil sei nur eine Überbrückung zum Dritten. Richtig. Aber eine Gute! Und mal ehrlich, der Erste ist doch quasi auch eine Überbrückung zum Zweiten. Alles Auslegungssache meiner Meinung nach. Wie dem auch sei. Um auf das Gute zurückzukommen:

Wie immer wird man zwischendurch von atemberaubenden Landschaftsaufnahmen überwältigt. Die Schönheit Neuseelands ist einfach nicht zu leugnen. Und als ehemalige Neuseelandreisende kann ich das nur bestätigen. Mein persönliches Highlight war das Wiedererkennen eines ganz bestimmten Landabschnitts, beziehungsweise eines ganz bestimmten Waldes! Ja wirklich, ich bin mir zu 99,9% sicher! Glaubt es oder nicht 🙂 Ich hab mich so gefreut, dass ich das Aufschreien, Draufzeigen mit dem Finger und wild im Kinosessel hin und her rutschen mit “Ahhhh, da war ich schon jaaa!” nur schwer unterdrücken konnte…nein, nicht wirklich, ich hab ne gute Selbstbeherrschung, aber kurz dran gedacht hatte ich schon.

Die Kulissen und Kostüme sind authentisch und überzeugend, zwischendurch war ich echt froh, dass Kino noch nicht das Riechen mit einbeschließt. Dafür sorgt der volle Kinosaal allein.
Es gibt schöne Momente, stille, lustige, spannende und Schockmomente. Eigentlich alles mit bei. Es kommen neue, aber auch altbekannte Charaktere dazu. Dabei fand ich diesmal aber die Dialoge mancher Elben etwas…platt. Aber gut, man kann ja nicht alles haben. Was man ihnen aber lassen muss ist ihre Art zu kämpfen. Sehr grazil – übertrieben. Aber irgendwie freut man sich darüber.

Ja es stimmt, es wird diesmal viel gekämpft, aber ich meine mich zu erinnern, dass das im zweiten Herr der Ringe Teil genauso war. Über manche sehr übertriebene Sachen (das können sich nur Männer ausgedacht haben haha. Man kann sich währenddessen diejenigen sehr gut vorstellen, wie sie vor ihren Animations-PC’s sitzen, in einer Traube und der Eine den Anderen zeigt, was er sich gerade ausgedacht hat. Allesamt kichernd und grölend und dem Einen auf die Schulter klopfend.) bei denen man sich das Grinsen oder manchmal auch Lachen nicht verkneifen kann. Ich sage nur Zwerge in Fässern!
Ab und zu musste ich aber wegschauen, weils dann doch irgendwie eklig war (ja ich bin eine Frau). Hinzukam, dass man sich natürlich das volle Programm mit 3D gönnt und der Augenliderschließreflex ja fast automatisch ausgelöst wird…

Zu der 3D Geschichte muss ich sagen, dass ich diesmal echt begeistert war. Normalerweise ist das nicht wirklich meins, mir wird schlecht oder mir tun einfach irgendwann die Augen weh, da es eigentlich bei jeder etwas schnelleren Bewegung ja doch irgendwie verschwommen ist. War diesmal auch so, aber irgendwie nicht so schlimm. Zudem hatte ich diesmal zum Teil das Gefühl, wirklich mit im Film zu sein. Vielleicht lag es am besseren Kino oder ich war diesmal einfach nur wacher. Kurz um: hat sich gelohnt! Selbst 3D Brille über eigener (fast) Nerdbrille hat geklappt.

Ach und noch was: Schaut es euch in Originalfassung an, wenn ihr der englischen Sprache mächtig seid! Aber da gebe ich zu, hab ich mittlerweile einfach ne Macke. Ich find deutsche Synchronisationen meistens sehr unsynchron und vor allem manchmal auch einfach falsch. Deswegen schau ich eigentlich alles auf Englisch (außer deutsche Filme 😛 ).

Nagut, genug geschwafelt. Freut euch also auf einen schönen Film, der einen gewiss nicht komplett umhaut, aber dennoch sehenswert ist und Spaß macht. Und wenn Peter Jackson eine Gastrolle hat dann erst recht! 😉

Und ein wunderschönes Titel/Abspann – Lied von Ed Sheeran gibt’s auch noch. Das pack ich euch hier runter (das ist dann kein spoilern oder?)

Ich wünsch euch viel Spaß, solltet ihr ihn schauen und wenn nicht, ist auch ok!

|L

Hamburg

Da war die |L am Wochenende 🙂

Wieso? Nur so! Warum auch nicht oder?

Auf jeden Fall war es ein sehr schönes und schön weihnachtliches Wochenende, das trotz des vielen Regens (der gar nicht so schlimm war, wie alle meinten, ich musste zumindest nirgendswo hin schwimmen!) irgendwie gemütlich war. Hamburg ist wirklich hübsch geschmückt, kann man nichts gegen sagen. Also zumindest die Innenstadt, weiter raus bin ich nicht gekommen.

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In der Wollfabrik

Mein persönliches Highlight war ja die Wollfabrik! Von Freunden aus Berlin (die ich da getroffen habe, in Berlin selber schafft man es ja nicht, sich zu treffen, also nutzt man die Gelegenheit, wenn man schon mal gleichzeitig woanders ist) hinkutschiert worden – sehr nett übrigens, vielen Dank noch mal! – und dann vom vielen Wolleangebot fast erschlagen worden. Wo soll man da nur zuerst hinschauen? Und das Beste: man kann sich alles selber zusammenspinnen lassen und das auch noch für so günstig Geld, ein Traum! Fast eine Reise in den siebten Himmel wert. Da ich mich in Hamburg nicht auskenne, keine Ahnung wo wir da genau waren, zumindest sind wir nicht lange gefahren, aber Onkel oder Tante (wir wollen ja niemanden ausschließen) Google hilft Interessierten da bestimmt weiter.

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Europa Passagen

Danach Weihnachtsshopping in den Europa Passagen. Auch sehr hübsch geschmückt (sooo viele Lichter) und leider auch sehr voll. Da kommt selbst eine Berlinerin an ihre Grenzen! Dann super leckeres Thailänder – Essen in einem absolut schicken Thai – Restaurant. Aber bei solchen Gelegenheiten hat dat Lyl dann ihre Kamera natürlich im Hotel gelassen.
Dann wat trinken jejangen und jut war. 🙂 Und was soll ich sagen? Der Alkohol schmeckt wie in Berlin ha!

IMG_3539Am Sonntag noch die Weihnachtsmärkte oder wahrscheinlich nur einige abgeklappert, ein bisschen gefroren aber dagegen ne schicke neue Mütze gekauft, mal eben an Dieter Bohlen vorbeigelaufen um dann später auf der Raststätte Olaf Schubert von ihm zu grüßen…

War schön – bis zum nächsten Mal Hamburg! Meine doch irgendwie vorhandene Abneigung gegen Dich lässt langsam nach 😉

Wer noch mehr Bilder sehen mag – bitteschön hier –> Lauras Bildersammlung Hamburg

|L

Ein Worte zum Sonntag: Minigolf

Draußen ist es kalt und schmuddelig und trotzdem seid ihr unternehmungslustig? Da hätten wir eine Idee für euch! Der Zauber nennt sich 3D-Schwarzlicht-Minigolf. Und glaubt mir, der erste Eindruck täuscht!

Man betritt ein von außen nicht wirklich attraktives Gebäude und steht in einem dunklen Raum. Vor einem tippt eine fleißige junge Dame ihre Posts bei Facebook und man macht mit einem lauten Räuspern auf sich aufmerksam. Nach kurzem Hin und Her ist alles geklärt: drei Leute, jeweils eine 3D-Brille, Schläger, einen Spielplan und ein neon-leuchtender Golfball.

Und geich um die Ecke geht’s los. Man steht in einem kleinen Raum, dort wo die erste Bahn beginnt. Diese ragt schon in das nächste Spektakel hinein und man ist zuerst nicht auf das Spiel, sondern nur auf die eigene Umgebung fixiert. Nach dem die erste Bahn noch schön leicht und somit schnell gemeistert ist, betritt man einen Raum, der vor leuchtender Farbe und 3D-Effekten nur so sprüht. Man kann sich übrigens aussuchen, ob man die 3D-Brille will oder nicht. Aber der Fairness halber solltet ihr euch alle oder keiner dafür entscheiden. Denn dass Spiel wird doch deutlich schwieriger mit der Brille 😉

Gute 1 1/2 h braucht man zu dritt, um alle 18 Bahnen, welche ebenfalls im Neonlook aufwarten, durch hat. Wenn ihr dann noch nicht genug habt, kann man sich im Veranstaltungsraum an die Bar setzten und mit den vielen hundert leuchtenen Kügelchen auf dem Boden spielen. Oder man duelliert sich im Airhockey, was einfach nur purer Spaß ist. Wenn ihr lieber euer Geschick unter Beweis stellen wollt, empfehle ich die Laserlight Mission! In echter Mission Impossible Manier, bei verschiedenen Schwierigkeitsstufen, klettert man in den lustigsten Haltungen durch die grünen Laserstrahlen hindurch. Der schnellste gewinnt ^^

Wie das ganze aussehen kann, hier in einem Youtube Video dargestellt 🙂

Aber es gibt noch mehr. Mit einer Reservierung könnt ihr euch die 3D-Bowlingbahn sichern und eine menge Spaß miteinander haben!

So und hier noch ein paar Fakten: Der Spaß findet in Steglitz-Zehlendorf statt und ist leider nicht so optimal mit den Öffentlichen zu erreichen. Aber trotzdem läuft man nicht lange von der Busstation. Mit Auto ist es schnell und einfach gefunden und es gibt auch mehr als genügend Parkmöglichkeiten.

Leider gibt es auch einen kleinen Haken, denn ganz billig ist es nicht. Das Minigolfen kommt mit 6,90 € daher und wenn man die Effekte mit der 3D-Brille genießen will, muss man 1 € Nutzungsgebühr bezahlen. Auch das Airhockey und die Laser Mission futtern Coins, je nachdem wie lange und häufig ihr halt spielt ^^

Für die Bowlingbahn kann man dann wirklich blechen, denn 5 Minuten Nutzung kosten 2€ bzw. eine Stunde 20€, da aber bis zu 10 Leute auf einer Bahn spielen können, lässt sich das Geld ja gut aufteilen und die Partyspiele können gratis mitgenutzt werden. Weitere Infos findet ihr hier .

Alles in allem auf jeden Fall mal einen Besuch wert und ein witziger Gag für kleine Gruppen!

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Und hier noch ein optischer Blickfang 😉

Schwaben vs Berliner? – Nein Danke!

Wer hat es nicht mitbekommen? Die Schwabenhass-Parolen im Prenzlauer Berg. Das ist mal so eine Sache, die ganz und gar nicht geht! Das war echt das unterteste Niveau, was da für Schmierereien aufgetaucht sind. Und der liebe Bundestagsvizepräsident Thierse hat mit seinen Sprüchen auch nicht gerade besser gemacht.

Straßenschilder-Schwäbisch-Berlin-Modepilot

Quelle: modepilot.de

Für die die es nicht mitbekommen haben: Ende 2012 Anfang 2013 brach in Berlin, Prenzlauer Berg der sogenannte “Spätzlekrieg” aus. Und schön wäre es gewesen, wenn sie sich gegenseitig nur mit Spätzle beworfen hätten 🙂 Aber das ist doch eine ziemlich ernste Thematik. Denn der Grund für diese zuerst nur bürgerliche Auseinandersetzung lag darin, dass den ca. 300 000 Schwaben in Berlin angelastet wird/wurde, Hauptgrund für die Gentrifizierung zu sein. Dass heißt in diesem Fall soviel wie, dass sie daran Schuld sein sollen, dass die Mietpreise steigen und der so geliebte Kiez sich in eine versnobbte Luxusgegend entwickelt. Aber genau dieser Prozess ist normale Entwicklung des Stadtbildes.

Liebe Prenzlauer, das geht nicht nur euch so! In Friedrichshain, Kreuzberg und sogar seit neustem auch in Neukölln findet diese Entwicklung statt. Die niedrigen Mietpreise locken die Studenten, Künstler, Musiker und viele weitere Gruppen, die nicht mit überlaufenden Geldbörsen gesegnet sind, an. Und wer will es nicht schön in seiner Gegend haben? Kultur und Kunst werten das Stadtbild in der Gegend auf. Und ja auch Studenten sind irgendwann fertig und steigen ins Berufsleben ein, gründen Familien, öffnen die Türen zu mehr Attraktivität. Und wie das so mit dem Angebot und der Nachfrage nun einmal so läuft, steigen die Preise!

Quelle: diefreiheit.org

Quelle: diefreiheit.org

Alleine den Schwaben dafür die Schuld zu geben, ist genauso als würden wir den Künstlern sagen: “Ey was habt ihr hier verloren? Lasst unser Viertel gefälligst hässlich.” Wir sollten mit der Entwicklung gehen und ganz ehrlich? Ich liebe die Berliner Kieze, aber wer sagt denn, dass sie uns verloren gehen? Kieze werden aus Berlin nicht verschwinden, denn sie gehören nun mal zu unserer Kultur. Und unsere Kultur lebt nun mal vom Multikulti der verschiedenen Menschen. Und die Schwaben gehören einfach schon seit zirka 20 Jahren mit in unser multikulturelles Spektrum!

 Aber genug von dem ernsten Zeug, drehen wir den Spieß doch einfach mal um! Wie ergeht es einem Berliner, der ins Schwabenländle immigriert? 

Klar musste ich mich an gewisse neue Formulierungen gewöhnen. Und ich fühle mich hier immer noch ein wenig kannibalisch, wenn ich Berliner (=Pfannenkuchen) esse 😉 Aber hey, ich habe mein Vokabular nach über einem Jahr echt erweitert! Von Ves(ch)per bis Weckle (=Brötchen) kann ich mit hier sogar schon mein Pausenbrot mit Schrippen (= Brötchen) machen. Und wer was gegen Maultaschen und Spätzle sagt,  hat sie noch nicht probiert 🙂 Aber die Currywurst sollte man als Berliner im Schwabenländle lieber meiden ^__-

Aber ob ihr es glaubt oder nicht, das was ich den Schwaben wirklich anlasten muss, ist ihre chronische Freundlichkeit! Ich war anfangs von soviel Nettigkeit und Nachbarschafts-Freundlichkeit schier überfordert, weischt? Man wird eher selten bis gar nicht blöd angepöbelt und wenn man mal keine Zeit für die Kehrwoche hat, findet sich immer jemand, der das für einen übernimmt 😉

Also liebe Berliner, zwischendurch kann man sich auch mal gerne ein Scheibchen (= Scheible (?)) von den Schwaben abschneiden. Offen für andere kulturelle Aspekte zu sein, hat bisher noch niemanden geschadet!

A|