Ein Worte zum Sonntag: Jahresaufgabe

Achtung, dieser Text handelt im weitesten Sinne von guten Vorsätzen und könnte unter Umständen sogar welche enthalten… Eigentlich wollte ich nicht über solche nachdenken und halte auch nicht viel von diesen Vorhaben, da diese meistens eher nur ein sich wiederholender selbsttrügerischer Akt des Besserfühlens sind. Meine Meinung.

Also warum befasse ich mich doch damit? Erstens, weil man ja doch irgendwie nicht wirklich drum rum kommt. Zweitens: Gestern habe ich ein besonderes Geschenk erhalten, was man quasi als guten Vorsatz behandeln kann und mich so sehr begeistert hat, dass ich das einfach teilen möchte und jemanden vielleicht zum anschließen bewegen kann.

Ich mache mehr Sport. Ich verbringe mehr Zeit mit meiner Familie/Freunden. Ich ernähre mich gesünder. Ich suche mir einen neuen Job, in dem ich glüklich werde. Was auch immer. Diese Vorsätze kommen jedes Jahr wieder, denn man hat sie nicht erfüllt. Wäre einem das gelungen, würde man nicht jährlich über sie nachdenken. Das “Problem”, wenn man das so nennen kann, ist dabei nur, dass man ja, nur weil ein neues Jahr begonnen hat, nicht automatisch auch ein neuer Mensch ist. Man ist nicht disziplinierter. Man kann vielleicht nicht einfach so den Job wechseln etc. Spätestens im Februar ist alles schon wieder in eine Schublade gepackt. Abgeschlossen und den Schlüssel an einen sicheren Ort deponiert, versteht sich.
Das alles sind doch eher konjunktive Wünsche, die man hat, wie man gerne sein würde, wie man gerne gewesen wäre. Doch ich glaube ein jeder weiß, dass Wünsche nicht einfach so in Erfüllung gehen. Man muss etwas dafür tun.

Das heißt aber nicht, dass ich faul bin oder nicht dazu gewillt, mir solche Wünsche zu erfüllen. Ich kenn mich einfach und weiß, dass ich nicht genug Disziplin dafür habe. Mittlerweile weiß ich ebenfalls sehr genau, welche Wünsche ich mir erfüllen kann und welche nicht. Vielleicht sollte man gerade da anfangen. Sich besser kennenlernen. Seine Grenzen und Möglichkeiten erkennen.

Und damit komme ich zu meinem Geschenk. Eine Aufgabe für das ganze Jahr 2014. Im ersten Moment war ich begeistert, im zweiten dachte ich schon: “Ob ich das durchalte?” Denn wie gesagt, ich bin nicht die disziplinierteste. Ich bin eher der Typ Mensch von allem ein bisschen, nur wenige Sachen bleiben länger. Zuerst Feuer und Flamme und dann nur noch Glühen.
Aber deswegen behandle ich dieses Geschenk als einzigen Vorsatz dieses Jahr. Diese Aufgabe durchzuhalten. Denn am Ende habe ich dann nicht nur etwas geschafft, etwas durchgehalten, sondern ich habe auch noch ein (hoffentlich) schönes Ergebnis für ein Leben lang.

Um den Hintergrund vielleicht besser zu verstehen, möchte ich zuerst die Geschenkegeberin zitieren:

Schon oft ist mir aufgefallen, dass wir Menschen, in dieser hektischen Welt, vergessen darauf zu achten, was uns Wunderbares widerfährt, dass wir oftmals das Negative das Positive überschatten lassen und nicht merken, was wir Tolles erleben dürfen. Zudem sollte man unterscheiden, zwischen Negativem, was einen bereichert und dem, was einem nun wirklich nichts bringt. Denn nicht alles Negative ist zwangsläufig auch schlecht. Ich glaube, wir wären nicht die, die wir jetzt sind, wenn alles schon immer nur glatt oder langweilig gelaufen wäre. Denkst du nicht auch?

Und ich kann ohne darüber nachzudenken antworten: JA! Und was ich fast noch schlimmer finde ist, dass Menschen, die immer negativ sind, andere positiv eingestellte Menschen mit in ihren Sumpf ziehen können. Klar gibt es echt bescheidenen Momente und Erlebnisse, in denen es wirklich schwer ist, das Positive zu finden, manchmal muss man das glaub ich auch nicht. Aber es kommt auch auf die Kleinigkeiten an. Und darum geht es in meiner Aufgabe.

Geschenkt bekommen habe ich ein Notizbuch, eine Einwegkamera, eine Packung Fotoecken und eine Anleitung. Ein Jahr lang soll ich bestimmte positive Dinge, die mir widerfahren sind, festhalten. Wie, ist mir überlassen. Am Ende des Jahres stehe ich allerdings unter Beweispflicht. Dafür die Einwegkamera und das Notizbuch.

Meine Aufgaben:

  • 10 Wörter, die mir entweder neu sind, in diesem Jahr sehr oft benutzt habe oder mir einfach nur gut gefallen.
  • 3 Orte festhalten, an denen ich dieses Jahr sehr gerne war.
  • 1 Sache kaufen, die ich mir schon lange kaufen wollte, aber nicht getan habe.
  • 1 Sache finden, die ich an mir mag.
  • Etwas tun, was ich schon immer mal tun wollte, aber noch nie getan habe.
  • Mein Lieblingsbuch für dieses Jahr wählen.
  • Mein Lieblingsfilm für dieses Jahr wählen.
  • Den schönsten Monat in diesem Jahr wählen.
  • Den schönsten Tag in diesem Jahr wählen.
  • Das festhalten, was ich nicht erwartet hätte, aber dennoch eingetroffen ist.
  • Jeden Monat ein bis zwei besondere oder entscheidende Momente festhalten.

Und am Ende hat man dann ein wunderschönes Erinnerungsbuch, in dem man immer wieder blättern kann und sich an die schönen Sachen zurückerinnern kann. Und dieses Geschenk kam so passend, da ich diesen Jahreswechsel als so fließend empfand, dass ich irgendwie das Gefühl hab, ich hätte Sylvester verpasst. Dabei stand ich punkt Mittenacht auf einem (halbwegs) einsamen Berg und habe dem Jubel zugschaut. Aber die Geschichte kommt demnächst noch.

Ob ich nun den guten Vorsatz verwende: Ich achte mehr auf mich selber oder diese Aufgabe als Synonym verwende. Es ist ein Wunsch, den ich mir dieses Jahr erfüllen möchte.

Wisst ihr jetzt, warum ich begeistert bin? 😉 Vielleicht auch nicht. Vielleicht haltet ihr das auch für albern. Mir aber egal. Ich machs und bin gespannt auf Ende des Jahres, dann gibt es bestimmt eine Auswertung hier. Oder ihr fühlt euch motiviert und macht mit?

Wie auch immer. Jetzt ist das hier ganz schön lang geworden, aber ich hatte eben viel zu sagen haha. Schön, wenn du es hier bis zum Ende geschafft hast. Und als Schmankerl gibt es jetzt noch ein Video, um das man eben auch nicht wirklich rumkommt. Aber die gute Frau hat einfach nur Recht.

Einen schönen nachdenklichen Sonntag

|L

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4 thoughts on “Ein Worte zum Sonntag: Jahresaufgabe

  1. Das ist ein tolles Geschenk! Die Aufgaben werde ich mir merken und vielleicht
    auch versuchen umzusetzen! Und, ich gebe Dir recht: nur weil ein neues Jahr
    begonnen hat, werden wir keine besseren/ andere Menschen!
    Danke, dass Du mitgemacht hast #shortstories!
    Liebe Grüße, Bine

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